Airbag – Skulpturen
Juli 14th, 2011Zeit – ein Konzept, das wir alle verinnerlicht haben, uns nach ihr orientieren und eine genaue Vorstellung davon haben, wie sie sich gestaltet. Viele stellen sich die zeitliche Abfolge als Linie dar oder nutzen andere innere Bilder. Klar ist uns allen was gestern – heute – morgen bedeuten und wie wir dies nutzen um unseren Alltag zu gestalten. Doch ist die Zeit wirklich linear? Und ich meine dies nicht im Sinne Einsteins, der dazu eine physikalische Antwort liefert. Sondern ich meine es auf unser Empfinden und Erleben bezogen. Im Laufe unseres Lebens vermischen sich oftmals Vergangenheit und Gegenwart („habe ich das nicht schon mal erlebt?“ oder „War ich da nicht schon mal?“). Hinzu kommt, dass unser Erinnerungsvermögen uns oft ein Schnippchen schlägt. Was in unserer Kindheit war wandelt sich in unserer Erinnerung dauernd. Und oft sind ganze „Lebensphasen“ aus unserer Erinnerung gelöscht. Andere Erlebnisse haben sich so verändert, dass sie vermutlich ganz anders in unserer aktuellen Welt weiterleben. Wie lässt sich mit dem Begriff der Zeit als Ausdrucksmittel spielen?
Ich mache den gewagten Versuch, dazu Airbags zu verwenden. Ja, richtig, Airbags aus Unfallautos, Airbags, die sich in einer Bruchteil einer Sekunde aufgeblasen hatten, die da waren, um Menschen zu schützen, die ihren ultrakurzen Einsatz hatten und dann als nicht weiter brauchbar auf dem Schrotthaufen landen. Sie stehen für Momente, die so kurz waren und doch alles oder vieles verändert haben. Airbags sind vollgeladen mit Emotionen von diesem Augenblick. Und doch sind sie eigentlich nur ein Stück Stoff, maschinell verarbeitet, Symbol einer hochstehenden Technik und in ihrer Ausführung irgendwie faszinierend. In meinen Arbeiten verarbeite ich das Material zu Lichtskulpturen und löse den Airbags aus dem Kontext des „Unfalls“, um mit der Metapher zu spielen: Welche Momente im Leben verändern alles, was vorher war? Wo gibt es Momente, wo wir für unsere Gedanken oder Erinnerungen „Airbags“ brauchen könnten?
Ich bin gespannt auf Eure Reaktionen zu diesen ersten „Sommerwerken“.


















